
So hat alles angefangen. Aber der Reihe nach.
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Das Londoner Shepherds Bush Empire hat eine lange Tradition. Wann immer Tangerine Dream dort aufgetreten sind, ist es was besonderes gewesen: Gute Stimmung, tolle Musik. Als TD Fan der ersten Stunde (seit '74) mußte ich mir auch diesmal die Zeit nehmen und einen Flug buchen. Also hurtigst ins Reisebüro. Ticket gekauft, Hotel gebucht. Nachdem ich schon bei den letzten Tangerine Dream Konzerten eifrigst Fotos gemacht habe, sollte das Ganze diesmal etwas "seriöser" werden. Wenn ich schon im Auftrag von German Rock unterwegs bin, warum nicht gleich mit Fotopaß? So richtig legal und ohne Angst haben zu müssen, daß einem die Kamera weggenommen wird. Kurt machts möglich - und schon war alles mit dem Management von TD abgesprochen. Fotopaß: OK, Interviewtermin mit Edgar: 15.oo Uhr, London 12.05.. So war der Stand der Dinge zwei Tage vor dem Konzert. "Bloß keine dummen Fragen stellen!" dachte ich mir. Also: "Zettel raus - vorbereiten! Ich hab' ja nur 20 Minuten fürs Interview!" |
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Nur eines hatten wir nicht bedacht: CUP FINAL DAY! Ausgerechnet heute
(12.5.) ist Fußballendspiel in UK. Dementsprechend waren alle Pubs
mit TV randvoll. So voll, daß es so gut wie unmöglich war unseren
Treffpunkt auch nur zu betreten. 20-40 Fernseher - hunderte von Fußballfans
und wir dazwischen mit unseren Tangerine Dream T-Shirts (sigh!).
Aber
ja - damit ich's nicht vergesse: Ich habe ja einen Termin!.
15.oo!
Aber nur wenn der Soundcheck schon vorüber ist, so war es ausgemacht
mit Martin K. von TDI. Ist irgendwie ja auch verständlich.
Etwas nervös wackelte ich also um genau 15.oo Uhr zur Halle, Richtung Bühneneingang. "Jetzt nur nicht ausflippen!" sagte ich zu mir und "keinen Blödsinn reden!". Klopf klopf - "Hallo! Ich bin's! Komme im Auftrag von German Rock und soll den Edgar interviewen!". Soweit war alles klar und Martin K. wußte auch Bescheid. Aber er sagte auch: "Du, Rainer! Könntest du bitte in einer Stunde wiederkommen? Die Band hat noch nicht mal mit dem Soundcheck begonnen und im Moment haben wir die aller größten Probleme. Es fehlen Ersatzteile und die versuchen wir jetzt so schnell wie möglich zu organisieren und ich bin schon auf 150%!" Das am Samstag und: Cup Final Day. Gut, ich bin dann halt wieder zu den diversen Fantreffen und habe gewartet. Es kommt wie's kommen muß: Auch um 16.oo Uhr: Kein Soundcheck - kein Interview. "Bitte nochmals um 17.3o Uhr wiederkommen!" wurde mir mitgeteilt. 1 1/2 Stunden später fand ich mich wieder hinter der Bühne. Und was höre ich da: SOUNDCHECK! 1 1/2 Stunden vor Konzertbeginn. Interview? "Also Rainer! Du mußt verstehen. Wir alle wollen ja, daß aus dem Konzert was wird und jetzt erst sind TD so weit, daß sie mit dem Soundcheck beginnen können. Für ein Interview ist da keine Zeit. Aber als Entschädigung hast du hier einen After-Show-Party-Paß. Dort kannst du dann dein Interview mit Edgar machen. Das mit dem Fotografieren geht auch in Ordnung. Aber halt nur bei den ersten drei Stücken und ohne Blitz". "Gut", dachte ich mir: "Ist ja auch was!". So was ist halt "Force Majeure". |
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Trotz der widrigen Umstände begann das - ausverkaufte - Konzert
pünktlich. Angekündigt wurde es als "Dream
Mixes Live On Stage". Und genau das war es auch. Gespielt wurde die
neue CD "Dream
Mixes 3 - The past Hundred Moons" und eine Mischung aus alten und neuen
Stücken alle "remixed" und "tanzbar". Den Puristen mag das ja schrecken
aber dem Publikum und mir hat's gefallen. Egal ob es sich um Stücke
aus den 70ern (Force Majeure, Monolight (daraus wurde Stereolight), den
80ern (Warsaw in the Sun, Logos) oder aus den 90ern (Comet's Figure Head,
Beauty of the Blast) handelte: ES ROCKTE! Und wie! Jeromes Einfluß
ist unüberhörbar und wird selbst bei den alten Stücken deutlich
die aber 'erkennbar' bleiben. Auch Iris Kulterer und Gerald Gradwohl hatten
immer wieder Raum für Solos. Höhepunkte gab es viele: Comet's
Figure Head aus Mars
Polaris, Diamonds and Dust (ein Hammer!), Logos,
Force
Majeure, Ausschnitte aus Livemiles,
Optical
Race (Cat Scan, Midnight Trail) oder etwas ruhigere Stücke wie
z.B. aus Melrose
(Cool at Heart). Und als Finale "Sony Topping Out" (mein persönlicher
Favorit!). Den Schlußpunkt setzte Gerald Gradwohl mit einer fesselnden
Version von Jimi Hendrix' Purple Haze.
Pause gab es keine. Auch nicht zwischen dem Hauptset und den Zugaben.
Wie ich später erfahren habe, wurde die Halle am selben Abend für
einen Rave-Event weitervermietet, deshalb mußten 'wir' rechtzeitig
fertig werden. Für Pause war da keine Zeit. Und den Set verkürzen:
Niemals!
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.... nein, am Ende hat es doch geklappt. Es hat schon alles gestimmt, nur hatte ich ausgerechnet den Schichtwechsel der Securityleute erwischt. Zur falschen Zeit am falschen Ort. Endlich konnte ich mal die Leute treffen, die ich (und einige auch mich) seit Jahren kenne: Olaf Zimmermann von Radio Eins Berlin, Stefan Stapelberg vom INET/Rent-a-Gruu Team, Gerald Gradwohl aus Österreich, Iris Kulterer und natürlich auch Edgar und Jerome, sowie die Leute von TDI. Nur aus dem Interview ist nichts geworden. Lag aber nicht an Edgar Froese. Nein, der hatte sich sogar daran erinnert. Nur machte es m.E. keinen Sinn, jemanden um 1 Uhr Nachts nach einem 3 Stunden Konzert und dem ganzen Streß (siehe oben) mit irgendwelchen Fragen zu löchern. So beschloß ich, einfach den Abend zu genießen und mit den Leuten zu reden. Edgar war ausgesprochen dankbar für meinen Entschluß das Interview nicht zu machen: "Also echt! Da bin ich dir jetzt aber dankbar". Es wurde noch ein toller Abend. |
| Fotos von Rainer Rutka | Nach dem Rückflug: Zuhause dachte ich nur noch an die zwei B's: BAD/BETT! |
""05/2001 "Rainer Rutka
Mehr Bilder aus London auf meiner Tangerine Dream Internetseite: www.rutka.de/td